What can six apples not be?

What can six apples not be?

06.-28.11.2026

Opening: Donnerstag, 05.11.2026 | 18:00

Davy Art Space, Lindengasse 51, 1070 Wien

 

GRUPPENAUSSTELLUNG

Künstler*innen: Linus Barta, Daniel Ferstl, Martin Fink, Rudolf Fitz, Dominika Kováčiková, Emma Peinhopf, Ramsko, Paul Riedmüller, Sophie Schweizer, Titania Seidl, Melanie Thöni & Bettina Willnauer

 

„What can six apples not be?“ – diese Frage hielt Virginia Woolf 1918 in ihrem Tagebuch fest, nachdem sie ein Stillleben von Paul Cézanne betrachtet hatte, das eine Gruppe von Äpfeln zeigt. Ihre Frage regt zu einer weiterführenden Überlegung an: Wie kann etwas so Alltägliches wie ein Apfel eine derart große Vielfalt an Bedeutungen und Interpretationen hervorbringen?

Kaum eine andere Frucht ist uns so vertraut und zugleich so reich an kulturellen und symbolischen Bedeutungen wie der Apfel. In Mythologie, Religion, Märchen und Kunstgeschichte steht er für Verführung und Begehren, Erkenntnis und Verbot, Macht und Vergänglichkeit. Von der verbotenen Frucht im Paradies über die goldenen Äpfel der griechischen Mythologie bis hin zur Stilllebenmalerei und zeitgenössischen Populärkultur ist er mit jahrhundertealten Vorstellungen und Erzählungen verbunden. Heute wirft er auch Fragen nach Konsum, kultureller Identität und unserem Verhältnis zur Natur auf. Gleichzeitig bleibt er eine ganz gewöhnliche Frucht, der wir im Alltag begegnen, die wir kaufen und essen, meist ohne ihr besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Gruppenausstellung What Can Six Apples Not Be? versammelt zwölf zeitgenössische künstlerische Positionen, die den Apfel sowohl als kulturell aufgeladenes Symbol als auch als Ausgangspunkt künstlerischer Experimente betrachten.

In Malerei, Druckgrafik, Keramik und textilen Arbeiten nähern sich die Künstler*innen dem Motiv auf konzeptuelle, sinnliche, kritische und spielerische Weise. Einige beschäftigen sich mit der Verbindung zwischen Apfel und menschlichem Körper und greifen dabei Themen wie Intimität, Verletzlichkeit und Begehren auf. Andere setzen sich mit der langen Tradition der Stilllebenmalerei auseinander und untersuchen anhand des Apfels Fragen von Farbe, Form, Komposition und Raum. Wieder andere verfremden das vertraute Motiv auf humorvolle Weise oder nehmen es zum Ausgangspunkt abstrakter Bildfindungen.

Im Rückgriff auf Virginia Woolfs Frage lässt die Ausstellung bewusst Raum für unterschiedliche Lesarten und zeigt, wie ein scheinbar gewöhnlicher Gegenstand immer wieder neue Möglichkeiten der künstlerischen Auseinandersetzung eröffnen kann.

 

Öffnungszeiten: Mi-Sa, 13-18:00 & nach Terminvereinbarung

Titelbild: Martin Fink, a love letter to the genre, 2023, Öl auf Leinwand, 195 x 146 cm.